Tomate

Roh oder gekocht – Tomaten sind abwechslungsreich und gesund. Kein Wunder, dass sie an erster Stelle der Lieblingsgemüse stehen.

Die Tomaten haben die Europäer dem umtriebigen Seefahrer Christoph Kolumbus zu verdanken. Er brachte das Fruchtgemüse im 16. Jahrhundert von seinen Reisen in die trockenen, warmen Täler der Anden mit. Bis man dieses überaus köstliche Gemüse hierzulande zu schätzen lernte, sollten allerdings noch Jahrhunderte vergehen. Tomaten gehören wie Kartoffeln und Auberginen zu den Nachtschattengewächsen – eine Pflanzenfamilie, die eigentlich giftig ist. Niemand kam damals auf die Idee, Tomaten zu essen. Lange Zeit hielt man sie sich als hübsche Zierpflanze. Alles änderte sich, als ein wagemutiger Italiener in das damals wahrscheinlich noch gelbliche Gemüse biss – und es nicht nur überlebte, sondern auch vom Geschmack schwärmte.

Junge Frauen im Liebeswahn
Schnell wurden Tomaten zum zentralen Bestandteil der italienischen Küche und sind dies bis heute. In Deutschland tat man sich schwerer. Bauern sollen ihre Tomaten noch lange an die Schweine verfüttert haben. Junge Frauen hatten bis Anfang des 19. Jahrhunderts absolutes Tomatenverbot. Das Gemüse stand unter Verdacht, Liebeswahn auszulösen. Bis heute sagt man der Tomate eine angenehm stimmungsaufhellende Wirkung nach.

Gegen Sonnenbrand
Tomaten schmecken nicht nur köstlich, sie enthalten auch sehr wertvolle Substanzen, allen voran Lycopin. Es macht die Tomate rot und schützt sie vor Sonnenschäden. Beim Menschen stärkt dieser Stoff das Immunsystem, das Herz und den Kreislauf. Es soll das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken, Infarkten vorbeugen und vor Altersblindheit schützen. Laut Untersuchungen der Universität Witten/Herdecke ist die Haut nach täglichem Tomatenverzehr besser vor Sonnenbrand geschützt. Die Kosmetikindustrie schätzt Lycopin als Anti- Aging-Mittel

Infos

Bunte Sortenvielfalt
Unterschieden wird zwischen Strauchtomaten, Fleischtomaten, Stabtomaten, Eiertomaten und Cocktailtomaten. Der Klassiker ist rot, es gibt aber auch gelbe, grüne und gestreifte Sorten.

Am besten einheimisch
Von Juni bis Oktober sind einheimische Tomaten im Handel erhältlich. Danach kommt das Gemüse aus großen Gewächshäusern in Spanien und den Niederlanden.

Eigene Ernte
Es ist leichter, als viele denken: Man stelle die Pflanzen an ein sonniges Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon mit viel Licht, Luft und Wärme. Mäßig gießen und düngen und schon bald gibt’s herrlich aromatische Tomaten zu ernten.

Treulose Tomaten …
… sind Mitmenschen, die wortbrüchig und unzuverlässig sind. Tomaten auf den Augen hat, wer Offensichtliches nicht sieht oder sehen will.