Heute werden die ersten Weinreben für den professionellen Anbau von Wein in Schleswig-Holstein gepflanzt. 2 Hektar auf dem Hof Altmühlen im Landkreis Plön werden mit Reben bestückt.

Der renommierte Winzer Steffen J. Montigny bewirtschaftet die Flächen auf Hof Altmühlen. Die Weine werden durch die bekannte norddeutsche Weinkellerei P. Schneekloth vermarktet, die zur Bartels-Langness Unternehmensgruppe gehört. Die Anbaufläche auf Hof Altmühlen erstreckt sich über 2 Hektar. 

„Wir starten zunächst mit weißen Trauben der Sorten Muscaris, Johanniter, Felicia und Solaris und werden dann in den kommenden Jahren mit dem Anbau von Rotwein beginnen“ erläutert Steffen Montigny weiter. Er ist ein Wein-Profi, der weiß, was er tut. Als Winzersohn und gelernter Weinbautechniker baut er seit über 25 Jahren eigenen Wein an der Nahe an. Dem Ruf nach Schleswig-Holstein folgte er gern: „Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe und natürlich eine einzigartige Herausforderung, auf unbekanntem Boden guten Wein zu machen. Wir werden auch die Skeptiker im Süden mit unseren Qualitäten überraschen“ freut sich Montigny.
 
Weinlese in einem der landschaftlich flachsten Bundesländer Deutschlands: Was vielen wohl sehr abwegig erschien, wird schon im Jahr 2010 Wirklichkeit. Die Idee, in seiner Heimat Wein anzubauen, stammt von Dr. Hermann Langness. Er ist Inhaber des Kieler Handelshauses Bartels-Langness, zu dem auch die famila-Warenhäuser, Markant-Supermärkte und Citti-Märkte im Norden gehören. „Wir Schleswig-Holsteiner lieben Wein. Die klimatischen Voraussetzungen für einen qualitativ hochwertigen Weinanbau im Norden sind gegeben – höchste Zeit also, hier einen regionalen Wein anzubauen“ erklärt Dr. Hermann Langness.

Nach den Angaben des deutschen Wetterdienstes scheint die Sonne seit über 30 Jahren in Plön genauso lange wie in der Referenzstation im Rheingau. Die Niederschlagsmenge entspricht mit 600 ml pro qm in etwa der Regenmenge im Weinbaugebiet Baden um Freiburg. Außerdem ist die Jahresdurchschnittstemperatur größer als 8,5 bis 9 Grad Celsius. Damit sind alle Voraussetzungen für Qualitäts-weinanbau erfüllt.

„In den tradtionellen Weinanbaugebieten gibt es immer mehr Spitzenerzeuger, die innerhalb ihrer Weingutsflächen auf höher gelegene Weinberge ausweichen“ erläutert Steffen Montigny. „Der Grund dafür sind die dort kühleren Temperaturen und die damit verbundene längere Reifezeit. Gleiches gilt im Norden. Die kühleren Sommertemperaturen und die später einsetzenden Nachtfröste im Herbst ermöglichen lange Reifezeiten. Das sorgt für eine bessere Aromaausbildung und stabile Säurewerte im Wein. Die pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, die in Altmühlen angebaut werden, bieten die besten Voraussetzungen, gesunde Weintrauben lange reifen zu lassen.“

Das Wetter war jedoch nicht die einzige Hürde, die bewältigt werden musste: Um Wein professionell anbauen zu dürfen, werden nach EU-Recht Pflanzrechte benötigt. Diese Pflanzrechte erhielt das Land Schleswig-Holstein erst im vergangenen Herbst vom Land Rheinland-Pfalz dank einer sehr guten Zusammenarbeit der Ministerien.

Im Oktober wurden diese Pflanzrechte offiziell ausgeschrieben: Wer Anpflanzrechte beantragte, musste ein Klima- und Bodengutachten, Fachkompetenz und einen Vermarktungsnachweis abliefern. Hof Altmühlen erfüllte alle Voraussetzungen und ist nun Besitzer von Pflanzrechten für 2 Hektar.

Die Weine werden unter dem Logo „Terra Altmühlen“ durch die renommierte norddeutsche Weinkellerei P. Schneekloth vermarktet, die ebenfalls zur Bartels-Langness Unternehmensgruppe gehört. „Wenn alles gelingt, steht in zwei Jahren der erste Wein aus Schleswig-Holstein bei famila, Markant und Citti in den Regalen“ freut sich Dr. Hermann Langness.

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