Minze

Die wohl bekannteste – und bei famila erhältliche – Minze ist die Pfefferminze. In ihren Blättern steckt besonders viel von dem ätherischen Minzöl, das die Pflanze seit jeher zu einem beliebten Heil- und Gewürzkraut macht. Es erfrischt und weckt die Lebensgeister.

Minze ist hierzulande vor allem als erfrischender Tee bekannt. Besonders im Sommer stehen das Mixgetränk Hugo und der Mojito-Cocktail hoch im Kurs. Manche kennen auch noch Tabouleh-Salat. In vielen Ländern spielt Minze in der Küche eine ganz bedeutende Rolle. Sie würzt die englische Minzsoße, indische Chutneys, Lammgerichte und Gemüse und verleiht Birnen- sowie Apfelgelee eine extrafrische Note.

Bereits die alten Griechen wussten um die Talente der Minze. Begeistert erwähnten sie die Pflanze in ihren Schriften. Der Grund für die Beliebtheit ist das ätherische Öl mit dem Hauptinhaltsstoff Menthol. Es wirkt desinfizierend, krampflösend und schmerzstillend. Minze wird daher gern in Zahnpasta, Mundpflegemitteln, Salben, Kosmetika sowie als Duft- und Aromastoff verwendet – und natürlich in der Küche. Die Pflanze ist ein bewährtes Hausmittel bei Magen- und Darmbeschwerden, sie soll die Herz- und Nervenkraft beleben, und das Menthol hilft verschnupften Nasen beim Durchatmen.

 

Tipps

Einfach und köstlich
Das einfachste Rezept mit Pfefferminze: einige frische Blätter mit kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen, heiß oder eisgekühlt genießen.

Eigene Minze
Die Pflanzen lassen sich recht leicht durch Stecklinge vermehren. Einen kräftigen Trieb abschneiden, im Wasser Wurzeln schlagen lassen und ab in feuchte Erde damit.

Traditionen und Legenden
Auf Festen bestreuten die alten Griechen und Römer den Fußboden mit Minze – ihr Duft sollte die Esslust der Gäste anregen. Minzkränze auf dem Kopf sollten einem „Kater“ vorbeugen. Das Ausreißen der Pflanze galt als Frevel und Unglück bringend.

Stark wirkendes Öl
Für Babys und Kleinkinder sowie Schwangere ist Pfefferminzöl tabu. Auch Asthmakranke sollten vorsichtig sein; wer unsicher ist, spricht vor einer Anwendung mit dem Arzt.

Großer Familienverband
Es gibt so viele verschiedene Minzen, dass derjenige, der sie auflisten will, imstande sein muss, alle Fische im Roten Meer oder die Funkenzahl des feuerspeienden Vulkans Ätna zu zählen. Das schrieb ein Benediktinermönch im neunten Jahrhundert über die Vielfalt der Minze. Damit hat der Gute zwar etwas übertrieben, aber sicher wollte er auf die Neigung der verschiedenen Minzen hinweisen, sich untereinander zu kreuzen und neue Varianten zu bilden. Eine klare Abgrenzung ist bis heute schwierig.

Die Vielseitige
Pfefferminztee kennt jeder, und auch als ebenso dekorative wie aromatische Blättchen auf Süßspeisen begegnet uns die Minze beizeiten. Dass sie noch viel mehr kann, beweist ein Blick in die Kochkulturen vieler anderer Länder. Erbsen, Bohnen und Möhren, Lamm, Huhn und Fisch gehen ganz wunderbare Verbindungen mit Minze ein; Knoblauch und Petersilie harmonieren mit ihr. Ein sommerfrischer Tipp zum Ausprobieren: einen Zweig Minze zu den Kartoffeln ins Kochwasser geben.