Erdbeeren

Der Duft des Sommers

Welch ein Segen, es ist wieder Erdbeerzeit! Süß und verlockend liegen die knallroten Früchte in den Märkten und betören mit Geruch und Geschmack. An den einheimischen Erdbeeren frisch vom Feld führt jetzt kein Weg vorbei.

Der Anfang dieser himmlischen Frucht liegt weit zurück. Französische Siedler stießen kurz nach der Entdeckung der neuen Welt am Ufer des nordamerikanischen Sankt- Lorenz-Stroms auf die Scharlach-Erdbeeren. Ihre Früchte waren größer als die bis dahin bekannten Walderdbeeren. Noch erfreuter war man, als später die Chile-Erdbeere gefunden wurde, die sich durch noch größere Früchte hervortat. Doch damit die Welt die Erdbeeren in ihrer heutigen Form kennenlernen durfte, musste noch mehr geschehen.

Der Erdbeerhafen
Es waren bretonische Bauern, die am schnellsten merkten, warum die Pflänzchen der Chile-Erdbeeren kaum Früchte trugen. Sie pflanzten Scharlach-Erdbeeren dazwischen, sorgten damit für eine bessere Befruchtung und im Ergebnis für viele, viele Erdbeeren. Ihre Anbaumethode war so erfolgreich, dass um 1750 täglich rund 20 mit Erdbeeren beladene Schiffe den Hafen von Brest verließen, um die übrige Welt zu beglücken. Aus der Kreuzung der beiden Arten entstand schließlich die sogenannte Ananas-Erdbeere, die Stammform unserer heutigen Gartenerdbeere. Von ihr gibt es unzählige Sorten, die Erntezeiten vom Frühjahr bis in den Herbst garantieren.

Wild nach Konfitüre
Jetzt im Juni werden Erdbeeren am besten frisch verzehrt. Wie gut, dass es überall bei famila und Markant frisch gepflückte Erdbeeren aus der Region gibt. Ihr Aroma ist unübertroffen – pur, zum Dessert, im Salat, als Tortenbelag und in der Bowle. Und wenn es mehr Erdbeeren gibt, als man vernaschen kann, kommen die Einkochgläser groß raus: Selbst gemachte Konfitüre schmeckt am allerbesten und lässt uns die roten Sommerfrüchte auch dann noch genießen, wenn die Saison längst vorbei ist.

Tipps

Beere im Topf
Der Winter ist zwar noch weit, aber wer dann einen Rumtopf genießen möchte, setzt ihn jetzt an und beginnt mit Erdbeeren.

Markenzeichen
Unternehmer Georg van Eyck erfand Anfang des 20. Jahrhunderts das Markenzeichen für die Weck-Einmachgläser mit einer Erdbeere in der Mitte.

Reif ist gut
Erdbeeren gehören zu den sogenannten nicht-klimakterischen Früchten: Unreif gepflückte Früchte reifen nicht nach.

Keine Beeren
Botanisch gesehen sind Erdbeeren keineswegs Beeren, sondern sogenannte Sammelnussfrüchte. Die eigentlichen Früchte sind die winzigen Nüsschen.

Erdbeermund
„Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund.“ So lauten die ersten Zeilen eines Gedichts von Paul Zech, das 1931 erschien und später durch Schauspieler Klaus Kinski zu Weltruhm gelangte.