D&R Denkriesen

D&R Denkriesen

Kleine Spiele, großer Spaß

Zusammensein, Spaß haben – was liegt da näher, als Karten zu mischen, Würfel rollen zu lassen oder ein Brettspiel hervorzuholen? In diesen Fällen sorgt der Spieleverlag D&R Denkriesen aus Quickborn für gute Laune und heiße Köpfe. Der Ursprung war eine, im wahren Wortsinn, Schnapsidee.

Direkt im Eingangsbereich des Neubaus, unter Panzerglas eingelassen ins Fundament, liegt, was die D&R Denkriesen groß gemacht hat: ein Kartenspiel in Kohlrabenschwarz, darauf in Weiß das Wort „klattschen“. Klingt profan? Mitnich- ten. „Das ist das erste Spiel, das wir verkauft haben“, sagt Denis Görz und lacht. Es entstand vor zwölf Jahren aus einer echten Schnapsidee. Seither entwickelte sich das Unternehmen in Quickborn zum größten Spieleverlag in Norddeutschland.

Reich an Erfinderlust und Gründergeist
Das Kürzel D&R steht für die Gründer Denis Görz und Ricardo Barreto. Die beiden, inzwischen 37 Jahre alt, fühlen sich seit der Schulzeit durch gemein- same Hobbys verbunden. „Wir wollten auch beruflich was zusammen machen und hatten viele Ideen. Die meisten haben aber nicht funktioniert“, sagt Denis und denkt etwa an einen Youtube-Kanal („lief nicht“), eine Gebäudereinigung („zu zäh“) oder einen Pizzaservice, bei dem die fünfte Pizza gratis war („rechnete sich nicht“). Mit 21 wollten sie solide werden. Denis Görz stieg ins Immobiliengeschäft seiner Mutter ein, Ricardo Barreto ging in einen Vertriebsjob, die Wege der beiden trennten sich. Vorerst. „Dann war ich auf einem Campingplatz bei meiner Frau“, erzählt Denis Görz.„Da spielten Leute ‚Ring of Fire‘: Skatkarten werden verdeckt um ein Glas verteilt und reihum gezogen. Ist es ein Bube, müssen die Jungs trinken, ist es eine Dame, trinken die Frauen. Jede Karte hat eine andere Bedeutung. Ich als Neuling konnte mir das alles nicht merken und dachte: Wäre doch schön, wenn auf der Karte direkt draufsteht, was man machen muss.“ Gedacht, gemacht. Denis Görz holte seinen alten Freund Ricardo ins Boot, sie tüftelten an der Umsetzung und fertigten ihre Erfindung mit Bordmitteln. „Im ersten Jahr verkauften wir drei Spiele“, so die nüchterne Bilanz. Doch aus den schleppenden Anfängen wurde dank des Internetverkaufs viel mehr. Bald reichten das heimische Wohnzimmer und die Hände der Familie, die mit anpackten, nicht mehr aus. Die Flut an Paketen wuchs. 2014 erwies sich auch das zweite Spiel als Hit: „Stadt Land Vollpfosten“, eine Erweiterung des Prinzips von „Stadt Land Fluss“. Heute, zwölf Jahre später, gibt es die beiden Bestseller in mehreren Editionen und als Brettspiel.

Preiswürdige Ideen
Den Durchbruch verdanken die Denkriesen nicht zuletzt zwei Altvorderen: „Meinem Onkel väterlicherseits und meinem Papa“, sagt Denis Görz. „Mein Papa arbeitete als gelernter Schriftsetzer in einer Druckerei. Als er in Rente war, gab er uns Tipps, worauf wir bei den Designs achten müssen.“ Onkel Rudolf, ein gestandener Vertriebsprofi, ebenfalls vom Spiele-Virus angesteckt und im Unruhestand, putzte begeistert gemeinsam mit seinem Bruder im Handel die Klinken. „Die sind hier in die Buchhandlung rein, dann zum Frisör nebenan und ins Floristikgeschäft – und überall haben sie die Spiele verkauft“, schwärmt der Sohn und Neffe. Sogar der Name Denkriesen geht auf das Konto von Vater Jürgen. Mittlerweile gehört auch Ricardos Mama als „gute Seele des Hauses“ zum Team. Auf dem Regal im Meetingraum stehen zahlreiche Preise. 2023 war es der Hamburger Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger. Darauf sind die Spielemacher besonders stolz. „Wir bringen Spiele heraus, die frisch und auf eine gewisse Art frech sind, ohne seitenlange Anleitung – für Kleine und Große.“ Wie der jüngste Hit im beliebten Handtaschenformat: Happy Double, ein Würfelspiel für clevere Strategen ab acht Jahren.

Neue Idee aus Kindermund
Während Denis Görz der kreative Kopf ist, verleiht sein Partner dem sprudelnden Ideenfluss Tiefe. „Ricardo hat ein untrügliches Gespür dafür, was funktioniert, und sagt mir, wenn es ‚too much‘ wird.“ So war es auch bei „Arshmallows“, einem weiteren Bestseller aus der Denkriesen-Fabrik. Der dreifache Vater Denis Görz erzählt: „Als ich mit meiner großen Tochter am Lagerfeuer saß, sagte sie: ‚Papa, mach doch mal ein Spiel mit Marshmallows, das wär‘ witzig.‘ Dann habe ich überlegt: ‚Arsch‘ wäre ein top Name. Es dauerte, bis wir die richtige Spielmechanik dazu hatten – Ricardo lieferte die entscheidende Inspiration. Gemeinsam mit unserer Redaktion, die alle Spiele auf Tauglichkeit überprüft, sind wir einfach ein richtig gutes Team.“ Mittlerweile sind auch namhafte Autoren und Denker mit frischen Ideen dazugestoßen. Und man kann sicher sein: Den Denkriesen geht die Lust am Spielen noch lange nicht aus.

Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern.