Birnen

Mild und Saftig

Mit einer Birne in der Hand lassen sich die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres noch schöner genießen. Zudem ist jetzt die beste Gelegenheit für das traditionelle Gericht Birnen, Bohnen und Speck.

Wer ins traditionelle norddeutsche Herbstessen frische Birnen schnippeln möchte, der kann das jetzt tun. Aus dem Alten Land kommen jetzt die kleinen, harten Kochbirnen, die so wunderbar zum Gericht Birnen, Bohnen und Speck passen. Neben diesen Sorten, die nur gegart schmecken, gibt es die köstlichen, saftigen Tafelbirnen. Die wohl bekannteste Vertreterin ist Abate Fetel. Das Obst wird nach der Reifezeit in Sommer-, Herbst- und Winterbirnen unterteilt sowie nach der Verwendung in Tafel-, Most- und Kochbirnen. Ein Gedicht mit Birne Dichter Theodor Fontane hat der Birne einen festen Platz in der Weltliteratur verschafft. Sein Gedicht über den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland erzählt von einem freundlichen Gutsbesitzer, der jedem Kind, das vorbeikommt, eine Birne schenkt. Einen festen Platz auf vielen Nachtischkarten hat hingegen „Birne Helene“.

Das Originalrezept dieses Klassikers aus dem Jahr 1870 zur Aufführung der Operette „Die schöne Helene“ in Paris lautet: Frische, geschälte Birnen in Zuckerwasser (Läuterzucker) pochieren, mit Vanilleeis anrichten, mit kandierten Veilchen bestreuen, dazu heiße Schokoladensoße servieren. Auch ein Gedicht! Hausbeschützer und gute Geister Lange war der Birnbaum in Deutschland ein wichtiger Teil des ländlichen Lebens. Über Generationen hinweg hielt sich der Glaube, dass die Bäume die Bauernhäuser beschützten. Bei der Ernte blieben stets einige Früchte am Baum hängen, um die Baumgeister milde zu stimmen. Im Handel erhältliche Birnen stammen heute aus dem Alten Land, aus Süddeutschland und vor allem aus Italien.

Infos: Langjährige Begleiterin Man geht davon aus, dass Birnen in Italien bereits vor 4.000 Jahren kultiviert wurden. Birnen machen gute Laune Die in Birnen reichlich enthaltenen B-Vitamine helfen dem Körper, das Wohlfühlhormon Serotonin zu bilden. Auf Holz klopfen Tischler und Möbelbauer schätzen Birnbaumholz wegen seiner Farbe, Dichte und guten Polierfähigkeit. Das Holz ist hart, schwer, zäh und wenig elastisch. Die Pastorenbirne Besonders große, schmackhafte Birnensorte, deren Züchtung auf einen französischen Pfarrer zurückgehen soll. Andere Stimmen sagen, den Namen trug früher jede Birne, die ansehnlich genug war, um sie dem Gemeindepfarrer anzubieten, und gleichzeitig nicht allzu lecker, sodass es niemand bereute, sie
abzugeben.