Whisky

Flüssiges Gold aus dem Eichenfass

Whisky ist mehr als der Drink, den der harte Cowboy in einem Zug hinunterschüttet, ohne mit der Wimper zu zucken. Whisky kann durchaus weich im Abgang und ein wahrer Gaumengenuss sein. Neben den Klassikern aus Schottland und Irland überraschen japanische Kreationen mit Top-Bewertungen in Fachkreisen.

Das Wort Whisky leitet sich vom schottisch-gälischen Ausdruck „uisge beatha“ ab, was so viel bedeutet wie „Wasser des Lebens“. Ob der Whisky ursprünglich aus Schottland oder Irland stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Verbrieft ist auf jeden Fall, dass es die Kelten waren, die als Erste eine wasserklare Flüssigkeit destillierten. Tatsächlich ist Wasser ein bedeutender Rohstoff bei der Herstellung von Whisky. Jede Brennerei verwendet ihr eigenes Wasser, meist aus nahegelegenen Quellen. Faktoren wie der Härtegrad, der Anteil von Mineralien oder der Torfgehalt wirken sich auf den Geschmack aus. Für hochwertige Whiskys ist Malz, der durch Gärung von Gerste gewonnen wird, eine weitere Grundzutat. Man spricht dann vom Malt Whisky. Stammt der Whisky aus einer einzigen Brennerei, ist er ein Single Malt. Übrigens auch dann, wenn er aus verschiedenen Fässern gemischt wird. Apropos Fässer: Die jahrelange Reifung in einem Holzfass hat entscheidenden Einfluss auf das Aroma. Dabei sind nicht nur die Holzart, sondern auch die frühere Nutzung des Fasses, die Lagerung und das Mikroklima wichtig. Während amerikanischer Whiskey und die eher torfig-rauchigen Whiskys meistens in Fässern aus Amerikanischer Weißeiche reifen, werden für süßere Whiskys oft ehemalige spanische Sherryfässer verwendet.

Tipp

Ohne Eis
Whisky genießt man am besten ohne Eis. Kälte verhindert die Entfaltung der feineren Geschmacksnuancen. In Destillerien werden häufig sogenannte „Riechgläser“ zum Probieren verwendet, denn die Aromen entfalten sich nicht nur am Gaumen, sondern auch in der Nase.

Mit Wasser
Der Alkoholgehalt von Whisky liegt bei 40 bis über 50 Volumenprozent. Um die Geschmacksnerven nicht zu betäuben, wird Whisky deshalb oft mit Wasser getrunken. Wichtig: stilles, mineralarmes Wasser verwenden, um den Geschmack nicht zu verändern.

Mit oder ohne „e“
Der schottische Whisky wird ohne „e“ geschrieben, die Amerikaner hingegen trinken Whiskey.

Ein Tropfen für die Engel
Ein Whisky muss mindestens drei Jahre reifen, häufig lagert er noch bedeutend länger. In den Fässern verdunstet pro Jahr etwa 0,5 bis 1 Prozent des Inhalts, der sogenannte Anteil der Engel (auf Englisch „angels’ share“ oder „angels’ dram“).

So sehr es uns manch Hollywood-Streifen weismachen will: Guter Whisky wird weder „auf Ex“ geleert noch auf Eis getrunken. Whiskykenner genießen die vielfältigen Aromen der unterschiedlichsten Sorten. Der Einsteiger tastet sich am besten nach und nach an die Geschmackswelt heran. Eine grundsätzliche Entscheidung besteht zwischen den lieblich-milden und den rauchig-torfigen Whiskys. Für viele ist das Sammeln von Whisky zu einem umfassenden Hobby geworden, und in manchem Keller werden mehr Flaschen gehütet, als der Besitzer sein Leben lang trinken kann. Mit über 60 ausgesuchten Sorten bieten die famila-Warenhäuser eine reiche Auswahl, von der man sich auch direkt am Regal inspirieren lassen kann. Nicht nur die Verpackung, sondern auch die formschönen Flaschen und die Farbe des Getränks versprühen ihren Reiz und verheißen manch ungeahnte Geschmacksentdeckung. Spannend ist auch, dass ein Whisky-Tasting durchaus zur Weltreise werden kann. Denn während jahrelang die Briten und die Schotten die Whisky Awards abräumten, sind es jetzt die Japaner, die Bestnoten erhalten. So besticht etwa der Nikka Whisky durch seine ausgefallene fruchtige Note. Und auch Deutschland versteht es zum Beispiel mit dem Slyrs, aus bayerischer Gerste und Alpenquellwasser flüssiges Gold zu machen.