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Karriere bei famila

Foto(s): Henrik Matzen
Text: Andrea Schmidt

Das Leben der 17-Jährigen hat sich komplett gedreht. Die junge Albanerin hat ihre Heimat verlassen und bei famila in Kiel eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin begonnen. Ihr Pflegevater arbeitet ebenfalls bei famila und unterstützt sie gemeinsam mit seiner Familie liebevoll.

Es ist früher Nachmittag, Jonaldas Arbeitstag am Fleischtresen bei famila in Kiel/Wik ist vorbei. Mit ihrem Pflegevater Wolfgang Uecker trinkt sie gemütlich eine Tasse Milchkaffee im Steiskal-Café. Die beiden plaudern herzlich miteinander. „Ich finde es bewundernswert, wie viel Mut und Ehrgeiz Jonalda in jungen Jahren bewiesen hat“, sagt der 58-Jährige lächelnd und drückt sie kurz. Jonalda strahlt: „Ich bin froh, dass alles so gekommen ist, und fühle mich hier sehr wohl.“ Das Mädchen mit den langen, lockigen Haaren war vor fünf Jahren mit ihrer Familie schon einmal in Kiel. Politisches Asyl wurde abgelehnt. Nur ihr Bruder blieb und wurde von Wolfgang Uecker und seiner Frau aufgenommen. Die beiden übernahmen die Pflegschaft für ihn. „Und nun sind wir auch die Pflegeeltern von Jonalda. Wir wollten mithelfen, den jungen Menschen eine Chance zu geben. In Albanien ist das schwer.“ Der Fleischermeister von famila in Kiel/Neumeimersdorf vermittelte der 17-Jährigen die dreijährige Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin – und Jonalda ist begeistert: „Ich mag den Kundenkontakt an der Fleischtheke, in der Berufsschule in Plön komme ich gut zurecht, und meine Kollegen sind so nett“, schwärmt sie. Besonders mit ihrem Chef Daniel Zloch versteht sie sich blind. Der Fleischermeister kommt aus Polen und kann sich gut in die teils schwierige Lage von Jonalda hineinversetzen. „Ich finde es mutig, dass sie ihr eigenes Land verlassen hat. Sie ist aufgeschlossen und ehrgeizig und kennt die Möglichkeiten, die sie bei famila hat.“ Das weiß die Albanerin auf jeden Fall zu schätzen – auch wenn sie ihre Eltern sehr vermisst und täglich mit ihnen Kontakt hat. Gut, dass es Familie Uecker gibt. Sie lächelt ihrem Pflege-Papa zu und nippt an ihrem Milchkaffee. Wie ihre Zukunft aussieht? Jonalda weiß es nicht. „Ich mache erst einmal die Ausbildung zu Ende.“ Wozu lange planen? Das Leben hält sowieso immer Überraschungen bereit.

Ich mag es, hier bei famila zu arbeiten, und genieße den Kontakt zu den Kunden. Ich kann die Ausbildung anderen jungen Leuten wirklich empfehlen.
Jonalda Leshi, angehende Fleischereifachverkäuferin, mit ihrem Pflegevater

Von Albanien nach Kiel