Sylter Hopfen

Hopfen von Sylt und Champagnerhefe in zweiter Gärung – klingt nach Feinschmecker? Ist es auch. Dabei kommt das Gourmetbier aus der Flensburger „Westindien Compagnie“ keinesfalls abgehoben, sondern als ehrliche Handarbeit daher.

3.000 Quadratmeter auf Sylt sind der fruchtbare Boden, auf dem ein ganz besonderer Hopfen für ein ganz besonderes Bier gedeiht. Damit die empfindliche Pflanze dem Klima der Insel gewachsen ist, wurde der Urhopfen extra von den britischen Inseln importiert. 2008 verließ die erste Flasche Sylter Hopfen die Flensburger Manufaktur, heute werden pro Jahr 15.000 bis 20.000 Flaschen produziert. Nicht in Zahlen zu fassen sind das Herzblut und die Leidenschaft, die in der Produktion stecken. „Der Aufwand ist es wert“, ist Brauereichef Thomas W. Kipka überzeugt. Schon während seines Studiums an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin packte ihn die Leidenschaft für alte Braukunst. Sein Handwerk verfeinerte der Diplom-Braumeister in Skandinavien, wo er im Auftrag der Königshäuser braute. Hier reifte auch seine Überzeugung, dass Bier ein individuelles Produkt mit Charakter sein sollte. „Man wird dem Getränk Bier nicht gerecht, wenn man es durch industrielle Fertigung kastriert“, sagt er.

Der richtige Tag ist entscheidend
Mindestens einmal wöchentlich fahren die Mitarbeiter zwischen April und Oktober auf die Insel, um sich um den Hopfen zu kümmern. Mit dabei ist auch Patrick Kresztel, der genauestens auf die Qualität achtet. „Für die Ernte gilt es, den exakt richtigen Tag abzupassen“, weiß der erfahrene Brauer. Per Kühl-Lkw geht es dann aufs Festland, wo innerhalb kürzester Zeit Aromen und Bitterstoffe extrahiert werden, damit der Hopfen lagerfähig ist. Das Erfolgsrezept aber ist die Vergärung mit einer eigens hierfür gezüchteten Champagnerhefe. Nach mehrwöchiger Reifezeit in einer ebenfalls speziell für diesen Zweck hergestellten Flasche wird die Hefe per Hand abgerüttelt. Das einzigartige Aroma erhält der Sylter Hopfen durch das sogenannte Degorgieren, das Austreiben der Hefe. Ab Oktober können Genießer die Spezialitäten im direkt an die Brauerei angeschlossenen Gasthaus „Genusswerk“ in Flensburg probieren.

Erhältlich bei famila in Westerland/Sylt.