Skin Gin

Gin ist in. Um dem hochprozentigen Klassiker ein neues Geschmackserlebnis hinzuzufügen, entwickelte Martin Birk Jensen einen Gin mit Minze. In einer Manufaktur im Alten Land entsteht der fruchtige Wacholdergeist in Handarbeit.

Dieses norddeutsche Start-up wurde quasi bei einem Tauchgang im Mittelmeer geboren: „Mir ging durch den Kopf, dass es ziemlich cool wäre, wenn ich meinen eigenen Gin kreieren würde“, erzählt Martin Birk Jensen, ein erfolgreicher Schiffsmakler, der seinen Geschäftspartnern zu Weihnachten etwas  Gutes tun wollte. „Während ich im Meer schwamm, hatte ich sofort eine Vorstellung davon, wie mein Gin sein sollte: mild, frisch und fruchtig und anders als alle anderen.“ Aus dem Geistesblitz im Sommerurlaub 2014 wurde acht Monate später 42-prozentiger Ernst: Jensen brachte die erste Flasche Skin Gin auf den Markt. Die Spirituose kam im Kundenkreis und bei Freunden so gut an, dass der Geschäftsmann ohne Zögern die neue Firma gründete. Inzwischen sorgen zwölf Mitarbeiter dafür, dass die feine Spirituose aus dem Alten Land bei Hamburg bundesweit und darüber hinaus Gin-Kenner begeistert. Ihnen fällt sofort auf, dass dieser Gin so ganz anders ist: Die Halbliter-Flasche erinnert in ihrer quadratischen Form an einen Parfüm-Flakon und ist mit einer künstlichen, fühlbaren Haut (englisch „skin“) ummantelt. Auf dem Logo signalisiert ein stilisierter Anker, woher dieses Qualitätsprodukt stammt: aus dem Elbstromland, nicht weit von dort, wo die Schiffe in die Nordsee einbiegen.

Mit marokkanischer Minze
Unerwartetes dann auch beim Öffnen des Korkens: Ein intensiver Duft nach Zitrone und Orange strömt in die Nase.

Zwar gehöre in jeden Gin Wacholder, doch der sollte nicht die Hauptrolle spielen, so Jensen. „Ich wollte marokkanische Minze als bestimmende Geschmackskomponente haben. Zum einen wegen ihrer extremen Frische und zum anderen, weil kein anderer Gin bisher auf eine dominante Minznote setzt.“ Neben der Minze sorgen Orangen, Zitronen, Limetten und Pink Grapefruit für den fruchtigen Geschmack, abgerundet mit Koriander und Wacholder. Bevor der Skin Gin marktreif war, musste Jensen mit anderen Kennern der Spezialität eine Menge experimentieren, probieren, feinjustieren und wieder testen. In Zusammenarbeit mit einem Destillateur-Meister aus dem Alten Land entstand die ausgewogene Rezeptur des goldfarben schimmernden Gins. „Probe Nummer 21 hatte genau den Geschmack, den ich mir vorgestellt hatte“, erzählt der Firmengründer. Damit wollen der 37-Jährige und sein Team beim momentanen Gin-Hype in Deutschland ein Wörtchen mitreden.

Alternative zu Aperol Spritz
Der Gin entsteht in mehreren Schritten in einem aufwendigen Verfahren: „Wir destillieren alle sieben Botanicals einzeln, damit die Aromen so intensiv wie möglich erhalten bleiben“, erläutert Vertriebschef Jan Vleminckx. Die sieben Destillate werden ohne nachträgliche Aromatisierung schließlich zum Skin Gin zusammengeführt, erklärt der Belgier, in dessen Heimatland Gin traditionell viel häufiger als hierzulande genossen wird – meist als Aperitif, gern auch spätabends in der Bar als gediegener Gin Tonic.