Schmorgurke

Knubbelige Freilanddamen

Ihr Aroma ist kräftiger, ihr Geschmack feiner. Die Rede ist von der Schmorgurke, die jetzt von den heimischen Äckern in die Läden kommt. Sie ist die kleine Schwester der Salatgurke.

Manche sagen auch Landgurke zu ihr, was wie ein Schimpfwort klingen mag, aber selten so gemeint ist. Wer Schmorgurken einmal probiert hat, ist für immer von ihnen überzeugt. Sie lassen sich sowohl traditionell zubereiten als auch mediterran würzen und zu vegetarischen Gerichten verarbeiten. Mit ihrem festen Fruchtfleisch eignen sie sich auch gut zum Grillen. Klassisch norddeutsch schmecken sie kurz angedünstet, süß-sauer abgeschmeckt, mit viel Dill garniert und als Beilage zu Fisch serviert. Kaum zu verstehen, dass diesem Gemüse, das wie Pastinake, Schwarzwurzel und Co. Zu den alten Gemüsesorten zählt, das ganz große Comeback bislang verwehrt geblieben ist. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Gut für den Säure-Basen-Haushalt
Gurken gehören zu den basenreichen Lebensmitteln. Sie können helfen, Säuren im Körper abzubauen und den Säure- Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Von der Volksmedizin wird das Gemüse bei Blasenbeschwerden und Gicht empfohlen. Schmorgurken haben einen leicht entwässernden Effekt, regen die Nierentätigkeit an und wirken blutreinigend. Also nichts wie rauf auf den Grill.

Köstlich und zart
Anders als die Salatgurke, die milde Alleskönnerin der Rohkost, überzeugt die Schmorgurke als kräftiges Sommergemüse. Nach kurzer Garzeit entfaltet sie ihr volles Aroma. Der Geschmack wird gefälliger und insgesamt harmonischer als im rohen Zustand. Mitverantwortlich für die kräftige Note sind die Bitterstoffe, von denen in der Schmorgurke deutlich mehr stecken als in der Salatgurke. Die feste Schale und die harten Kerne im Inneren sollten entfernt werden. Das auf den ersten Blick etwas raue Erscheinungsbild der Schmorgurken dürfte doch besonders uns Norddeutsche nicht abschrecken: Dieses Gemüse ist einfach so rau und wunderbar wie der Norden.

Tipps

Von der Blüte zum Stiel
Damit die Bitterstoffe der Schmorgurke nicht über die gesamte Frucht verteilt werden, stets von der Blüte zum Stiel schälen.

Aus grün wird gelb
Je reifer eine Schmorgurke ist, desto gelber wird ihre Schale und desto mehr harte Kerne stecken in ihr. Diese einfach beim Zubereiten entfernen.

Karl sei Dank
Ursprünglich stammt  die Schmorgurke wie alle Gurken aus Ostindien. Karl der Große brachte sie nach Mitteleuropa.

Traditionell und berühmt
Berliner Schmorgurken werden mit Speck, Zwiebeln und Essig gegart. In Mecklenburg nimmt man statt Essig Fleischbrühe.

Kurze Saison
Die Erntesaison der Schmorgurken reicht von Juli bis Ende September.