Rhabarber

Gib uns Saures

Ob im Kuchen, als Kompott oder Schorle: Jetzt ist Rhabarberzeit! Die fruchtigen Säuren dieses Gemüses kitzeln den Gaumen aufs Beste. Und seine Mineralstoffe bringen uns in Schwung.

Beim Rhabarber stellt sich wie bei manch anderen Obstund Gemüsesorten die Frage, welcher mutige Mensch wohl als erster auf die Idee kam, davon zu kosten. Man denke an die Kartoffel, die oberirdisch giftig ist. An den Spargel, dessen delikate Teile sich ebenfalls im Boden verbergen. Und eben an die Stiele des Rhabarbers mit seinen wunderhübschen, aber ungenießbaren Blättern. Alten Quellen zufolge wurden bis ins Mittelalter nur die Wurzeln des Rhabarbers genutzt. Sie waren geschätzt wegen ihrer abführenden und zusammenziehenden Wirkung bei Bauchweh und Magen- Darm-Beschwerden.

Am liebsten den richtig Roten
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts sollen englische Botaniker probiert haben, Rhabarberblätter wie Spinat zuzubereiten. Mit welchen gesundheitlichen Folgen sie und andere Unwissende das überlebt haben, ist nicht bekannt. Fest steht: Die Blätter des Rhabarbers sind wegen des hohen Gehalts an Oxalsäure nicht genießbar und können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Gegessen werden nur die fleischigen Blattstiele. Die mildeste Säure haben rotfleischige Sorten mit roter Haut, wie sie bei famila angeboten werden.

Leckere Kombinationen
Am beliebtesten ist Rhabarber als Kompott zubereitet, dicht gefolgt von der Verarbeitung in Kuchen und Crumbles. Das Garen macht Rhabarber gut bekömmlich und nimmt ihm die allzu sauren Aromen. Besonders lecker ist die Kombination mit süßen Früchten wie Erdbeeren und Bananen. Empfehlenswert ist auch das Zusammenspiel mit Milchprodukten, die ebenfalls den säuerlichen Effekt etwas reduzieren. Zudem mildert das Kalzium aus der Milch das leicht stumpfe Gefühl auf den Zähnen, das beim Rhabarberkauen entsteht, aber nach wenigen Momenten wieder vergeht.

Tipps

Grüngrün, grünrot und rotrot
Eine Sortenfrage: Richtig sauer sind die grünfleischigen Stiele mit grüner Haut, mittelsauer die grünfleischigen Stiele mit roter Haut. Am mildesten schmeckt rotfleischiger Rhabarber mit roter Haut.

Ernte bis zum Johannistag
Rhabarber wird ab April bis 24. Juni geerntet. Am Johannistag ist traditionell Schluss. Die Pflanzen müssen sich dann erholen.

Nicht zu lange
Rhabarber zerfällt leicht, wenn er zu lange gekocht wird. Wenige Minuten Garzeit genügen.

Feucht und kühl
Eingewickelt in ein feuchtes Tuch, hält sich Rhabarber im Kühlschrank einige Tage frisch. Wegen der Säuren keine Alufolie oder Gefäße aus Metall verwenden.