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Eine Idee, die im ersten Corona-Lockdown geboren wurde, macht Furore: Alexander Seher (unten, dunkelblauer Pullover) aus Plön hat eine außergewöhnliche Tiefkühlpizza kreiert, die fantasievolle Namen wie „Scharfer Prinz“ oder „Waldgeflüster“ trägt. Zusammen mit Produktionsleiter Lasse Ottens hat er Hierleben die charmante Manufaktur gezeigt.

Foto(s): Henrik Matzen
Text: Andrea Schmidt

In Plön kennt und schätzt man das stilvolle Restaurant „Prinzenhuus“ am Marktplatz des Städtchens in der Holsteinischen Schweiz. Im hinteren Bereich ist hier vor gut einem Jahr eine kleine Pizza-Manufaktur entstanden. An zwei Tagen in der Woche wirbelt das Pizzateam in der Küche, rollt Teig aus, belegt ihn mit frischen, meist regionalen Zutaten, backt die Pizzen im Steinofen, legt sie in den Schockfroster und verpackt sie in schwarze, edle Kartons. Die Namen sind ebenso ungewöhnlich wie zauberhaft: „Scharfer Prinz“, „Süßer Prinz“, „Waldgeflüster“, „Grüner Gaumen“, „Alles Käse“ und „Prinzensalami“ heißen die sechs Sorten. Alexander Seher, gelernter Koch und seit zehn Jahren kreativer Unternehmer, schaut dem Treiben lächelnd zu.
„Ich bin schon stolz, dass die Idee aus der Lockdown-Zeit so toll geklappt hat. Wir mussten niemanden entlassen und konnten sogar fünf zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.“

Dinkelmehl und ganz viel Käse
Die Plöner Tiefkühlpizzen für den Einzelhandel sind ziemlich gehaltvoll. Das liegt an dem sättigenden Dinkelmehl und am üppigen Käsebelag. „Wir geben für viel Geschmack 100 Gramm Käse auf jede Pizza – das macht nicht jeder“, sagt Produktionsleiter Lasse Ottens.

Er hat in der Küche einen Blick auf die Abläufe und schaut, dass immer genug Schinken, Käse, Avocados oder anderes frisches Gemüse auf die runden Teiglinge verteilt wird. Vieles kommt aus der Nähe: der Schinken zum Beispiel von Braaschs Räucherei aus Harmsdorf, der Käse von Milram aus Reinfeld, das Gemüse vom Lieferanten nahe Hamburg. Der Teig selbst wird klassisch aus Mehl, Hefe, Öl und Salz zubereitet und darf 24 Stunden lang gehen. Beim Backen bilden sich Blasen, etwas dunklere Stellen sorgen für das leckere Röstaroma. Jede Pizza, die hier vorgebacken wird, sieht ein wenig anders aus.

Auch Schüler helfen mit
„Die Arbeit am Ofen ist schon anstrengend“, sagt Lasse Ottens. „Die Jungs geben richtig Vollgas und brauchen ordentlich Muskeln, denn eine Kiste Teig wiegt 60 Kilogramm.“ Es wird immer mal rotiert, keiner muss sich verausgaben. „Wir haben auch Schüler als Aushilfen angestellt. Sie helfen oft beim Verpacken“, ergänzt Chef Alexander Seher. An einer Wand hängen die vielen Lieferzettel, die Bestellungen nehmen zu: „Wir haben angefangen mit 200 Pizzen am Tag. Nun sind wir schon bei fast 1.000“, freut sich der 36-Jährige. Wenn es nach ihm ginge, könnte er die Produktion noch einmal verdoppeln. Plöner Prinzen-Pizza für ganz Deutschland – das wäre doch was.

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Erhältlich in einigen famila-Warenhäusern in Schleswig-Holstein.