Paprika

Sommerlich Bunt

Paprika? Nein danke! Das war in Europa bis in die 1950er-Jahre einhellige Meinung. Die Sorten der Gemüsepaprika waren alle noch ziemlich scharf, zu scharf für den damaligen Geschmack. Bis ungarische Züchter den Ausweg fanden.

Der Scharfmacher in Paprika heißt Capsaicin. Besonders große Mengen davon stecken in Chilischoten. Der Stoff löst in Schleimhäuten einen starken Hitze- oder Schärfereiz aus. Vier Springreiter gingen im Jahr 2008 mit dem Scharfstoff in die Geschichte der Olympischen Spiele ein – allerdings ohne sich mit Ruhm zu bekleckern und ohne Beteiligung von Paprika. Sie hatten die Vorderbeine ihrer Pferde mit Capsaicin behandelt. Das steigert die Schmerzempfindlichkeit, sodass die Pferde besonders vorsichtig springen, um keine Hindernisberührung zu riskieren. Die Reiter wurden wegen des sogenannten chemischen Barrens, das als Doping gilt, von den Spielen ausgeschlossen.

Karrierestart nach Entschärfung
Zurück zur erbaulichen kulinarischen Karriere der Paprika. Spanische Seefahrer brachten das Gemüse von ihren Entdeckungsreisen aus Südamerika mit. Wie andere Nachtschattengewächse fristeten auch Paprika in Europa wohl über 400 Jahre ein Dasein als Zierpflanze. Zwar wurde vermutlich schon im 17. Jahrhundert versucht, weniger scharfe Sorten zu züchten, doch ohne Erfolg. Erst in den 1950er-Jahren gelang es ungarischen Züchtern, dem Gemüse die Schärfe zu nehmen. Die Paprika konnte durchstarten. Heutige Gemüsepaprika enthalten so gut wie kein Capsaicin mehr.

Von Farben und Sorten
Viele sind rot, andere grün, manche gelb und einige orange. Die verschiedenfarbigen Paprikaschoten sind jeweils eigene Sorten und unterscheiden sich leicht im Geschmack. Grüne Paprika sind meist knackig und leicht herb. Gelbe und orangene schmecken lecker saftig. Die roten Paprika sind süßer und fruchtiger. Was darf es heute sein?

Tipps

Kerne kommen raus
Die Kerne und weißlichen Leisten im Inneren der Paprika sind zwar nicht giftig, schmecken aber nicht und sollten deshalb vor dem Verzehr entfernt werden.

Bekömmlicher ohne Schale
Für manche Menschen ist die Schale von Paprika schwer verdaulich. Dann einfach mit einem Sparschäler schälen oder kurz mit kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und die Schale abziehen.

Knackfrisch
Im Gemüsefach bleiben die Schoten einige Tage frisch.

Spritzenreiter
In Paprika steckt enorm viel Vitamin C – besonders in den roten Sorten.

Vorspeise, Hauptgericht, Beilage
Paprika gehören klassischerweise ins Gulasch, schmecken als Rohkost, im Salat, eingelegt als Antipasti, als Fingerfood mit Dip, gegrillt, geschmort, gefüllt, in Eintöpfen sowie zu Reis- und Nudelgerichten.