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Mit Hochprozentigem kennt er sich aus: Stefan Bierbaum ist einer von wenigen Destillateurmeistern in Deutschland und gefragter Berater für alle, die von ihrer eigenen Gin-, Likör- oder Obstlermarke träumen. Nebenbei hat der sympathische Norddeutsche vier bei Kennern äußerst begehrte Spirituosen auf den Markt gebracht – und damit auch die kleine Stadt Preetz ein bisschen berühmt gemacht.

Foto(s): Henrik Matzen
Text: Anneke Fröhlich

Die Vorweihnachtszeit ist für Stefan Bierbaum immer etwas ganz Besonderes. Wenn im Städtchen Preetz südöstlich von Kiel der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt auf dem Klosterhof zum Bummeln einlädt, ist der Destillateurmeister als Aussteller dabei – diesmal am 11. und 12. sowie am 18. und 19. Dezember jeweils von 11 bis 18 Uhr. „Ich verkaufe hier meine Spirituosen, die natürlich auch verkostet werden können“, erzählt Stefan Bierbaum, der mit seiner Familie in Preetz lebt und sich hier sehr wohlfühlt. „Deshalb möchte ich der Stadt, in der ich lebe, gern etwas zurückgeben.“

Spaß an neuen Kreationen
Eigentlich wollte sich der umtriebige Experte für alles, was mit Alkohol zu tun hat, vor zehn Jahren ganz auf die Beratungstätigkeit konzentrieren, als er sich nach langjährigen Erfahrungen in verantwortlichen Positionen der Branche selbstständig machte. „Ich habe dann für diverse Kunden Spirituosen entwickelt, und irgendwann dachte ich mir, das könnte ich doch auch für mich selbst mal machen.“ Gesagt, getan: Unter dem Namen „Original Preetzer Geheimrezept“ sind inzwischen neben einem Likör, der fruchtig-süß nach Kirschen, Kräutern, Mokka und Jamaika-Rum schmeckt, auch der erwähnte Eierlikör, der jeweils zu Weihnachten und Ostern produziert wird, sowie ein feiner Gin erhältlich. Komplettiert wird das Quartett durch den Kanalgeist, Stefan Bierbaums Hommage an den Nord-Ostsee-Kanal, auf den er von seinem früheren Zuhause blicken konnte. „Schleswig-Holstein wird mit Weizendestillat, einem Hauch Kamille und verschiedenen Kräutern symbolisiert“, erklärt der Produktentwickler. Die Verbindung zur großen weiten Welt stellt er mit Jamaika-Rum, schwarzem Tee, dunklem Karamell, Schokolade, Koriander undweiteren Gewürzen her. „Die exakte Rezeptur ist geheim, aber natürlich finden nur feinste, natürliche Destillate und Auszüge Verwendung“, betont Stefan Bierbaum.

Ein Gin, wie er sein soll
Fachbegriffe wie Mazeration, Digestion, Perkolation und Destillation sind für den 50-Jährigen, der auch als sensorischer Sachverständiger tätig ist, ganz alltäglich. Die Kreation neuer Spirituosen mit überraschender Aromenvielfalt macht ihm immer wieder Spaß.

Seine Kunden sind Liebhaber besonders edler Tropfen, die sich mit ihrem eigenen Drink einen Traum erfüllen möchten und fachliche Unterstützung benötigen, oder Unternehmen, die ihre Mitarbeiter schulen möchten. Stefan Bierbaum bietet außerdem Gin-Seminare an, in denen er ebenso fundiert wie humorvoll in die Welt der Botanicals einführt und dazu anleitet, individuelle Kräuterdestillate herzustellen. „Es ist ja kaum noch zu überblicken, wie viele verschiedene Gins es gibt“, wundert Stefan Bierbaum sich über einen Trend, der offenbar kein Ende nimmt. Sein eigener Gin ist eher ein Klassiker mit deutlicher Wacholdernote. Hinzu kommen Preetzer Hopfen, gerösteter Kakao, Ingwer, Engelwurz und Pommeranzenschalen. „Um jedem Botanical gerecht zu werden, werden die Zutaten für diesen Gin einzeln destilliert. Ich bin überzeugt, dass ich so das jeweils Beste heraushole“, sagt Stefan Bierbaum. Sein Gin schmeckt sowohl pur als auch im Tonic oder in Cocktails.

Zusammenarbeit mit den Preetzer Werkstätten
Es steckt viel von der Stadt Preetz in jeder Flasche des Destillateurmeisters, auch wenn er auf einen eigenen Produktionsstandort in seiner Heimatstadt verzichtet. „Mein hervorragendes Netzwerk kommt mir da zugute. Ich kann meine Spezialitäten in vorhandenen Räumlichkeiten produzieren oder exakt nach meinen Rezepturen fertigen lassen“, erklärt Stefan Bierbaum. Zu den besonderen Partnern gehören die Preetzer Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderungen leben und arbeiten. Vor der Corona-Pandemie erfolgte hier auch die Abfüllung, derzeit beschränkt sich die Arbeit des Teams auf das Etikettieren und Verpacken der Flaschen. Ein wichtiger Bestandteil jedes Aufklebers ist das Motiv der alten Siegelmarke, mit der bis 1890 die Preetzer Amtspost verschlossen wurde – ein schönes Symbol, das die Verbundenheit des Spirituosenentwicklers mit der Stadt unterstreicht. Kein Wunder, dass die Preetzer die „Schnapsideen“ ihres Mitbürgers inzwischen sehr liebgewonnen haben. Auf dem Preetzer Weihnachtsmarkt ist der „Heiße Holsteiner“, den die Gilde ausschenkt, ein Renner. Hierzu mischt man brandheiße Holsteiner Landmilch mit dem originalen Preetzer Likör im Verhältnis vier zu eins. Stefan Bierbaum gerät schon beim Gedanken an diese Mischung ins Schwärmen: „Glauben Sie mir, das ist einfach oberlecker und wärmendes Wohlbehagen pur!“

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