Nachhaltige Textilien

Fair angezogen: Wenn’s um Bekleidung geht, ist die Liste der Gütesiegel lang. Doch was bedeuten sie eigentlich? Und halten sie, was sie versprechen? Bei famila setzt man auf den nachhaltigen GOTS-Standard – ein weltweit etabliertes Label, das hohe Anforderungenvom Baumwollanbau über die Verarbeitung zu Textilien bis hin zur Verpackung definiert.

Wir machen uns Gedanken. Darüber, was wir essen und wo die Lebensmittel herkommen. Darüber, wie viel Strom wir verbrauchen und wie er produziert wird. Und immer mehr auch darüber, woraus genau unsere Bekleidung eigentlich besteht und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird. Für Burghard Cramer, Warenbereichsleiter Textil bei famila Nordost, ist es eine gute Entwicklung, dass die Verbraucher kritischer werden und mehr wissen möchten. „Nachhaltige Textilien haben durch die ‚Fridays for future‘-Bewegung enorm an Dynamik gewonnen“, berichtet er. Doch gerade bei T-Shirts und Handtüchern, Unterwäsche und Bettlaken ist es sehr schwierig, die vielen Schritte der Herstellung zu durchschauen und zu erkennen, welches Gütesiegel welche Standards garantiert.

„Wir haben uns für unser Sortiment bei famila dafür entschieden, mehr und mehr auf das GOTS-Zertifikat umzustellen“, erläutert Burghard Cramer. Aus seiner Sicht sei es „das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt“. Tatsächlich werden bei Textilien mit GOTS-Auszeichnung nicht nur einzelne Schritte der Produktion unter die Lupe genommen, etwa die Rohstoffe oder die Arbeitsbedingungen. Dies ist bei anderen Siegeln oft der Fall, was man auf den ersten Blick gar nicht erkennen kann. Stattdessen legt GOTS hohe Anforderungen vom Anbau der Baumwolle über die Löhne für die Erntehelfer und die Mitarbeiter in den Produktionsstätten bis hin zur Verpackung und eindeutigen Kennzeichnung der Produkte fest. Die verwendete Baumwolle ist auf Grundlage anerkannter Standards bio-zertifiziert.

Wer sich für ein solches Kleidungsstück entscheidet, kann sicher sein, dass eine ganze Liste umweltschonender Kriterien berücksichtigt wurde und alle Menschen, die an der Produktion beteiligt waren, vernünftig behandelt und entlohnt wurden. GOTS ist die Abkürzung für „Global Organic Textile Standard“ und ein weltweit führendes Gütesiegel für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Umwelt und Sozialkriterien sind gleichermaßen wichtig. So müssen beispielsweise alle chemischen Zusätze wie Farbstoffe bestimmte Maßstäbe erfüllen; problematische Substanzen wie Formaldehyd oder toxische Schwermetalle sind verboten. Bei den Sozialkriterien werden hygienische und sichere Arbeitsbedingungen gefordert, Kinderarbeit ist verboten, ein Mindestlohn muss gezahlt werden.

Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette und besteht sowohl aus Inspektionen vor Ort als auch aus Rückstandsanalysen. „Wer Bekleidung, Bettwäsche oder Handtücher einkauft, findet an den Produkten unglaublich viele Siegel, die alles Mögliche versprechen, aber leider nicht immer halten“, sagt Burghard Cramer. Er ist froh, den famila-Kundinnen und -Kunden mit dem GOTS-Label ein hohes Maß  an Sicherheit zu bieten und bei der Kaufentscheidung zu helfen. Davon, dass nachhaltig erzeugte Textilien in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen werden, ist der Experte überzeugt.