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Dieser Duft ist einfach himmlisch! Mitten in Schleswig-Holstein, im kleinen Dorf Brokstedt, kitzeln zuckrige Röstaromen die Nase. Hier kommen sie her, die allerschönsten gebrannten Mandeln und Nüsse von Mutter Veldkamp, die Erinnerungen an Jahrmarkt und Autoscooter, an Liebesäpfel und Geisterbahn wach werden lassen.

Foto(s): Henrik Matzen
Text: Anneke Fröhlich

Am Namen Veldkamp kam bereits im 19. Jahrhundert niemand auf dem Hamburger Dom vorbei. Eine richtige Dynastie entwickelten die Veldkamps auf dem traditionellen Jahrmarkt mit Zuckerwarenhandel und Spielbuden. An das besondere Engagement seiner Urgroßmutter knüpft Tom Veldkamp nun zusammen mit seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Frank Dörksen an: Unter dem Namen „Mutter Veldkamp“ stellen die beiden köstliche gebrannte Mandeln und Nüsse in geprüfter Bioqualität her.

Eine köstliche Verbindung
„Mandeln brennen braucht Zeit“, betont Frank Dörksen, während er den Gasbrenner einschaltet und Zucker, Mandeln sowie etwas Wasser in die große Kupferpfanne füllt. Pro „Satz“, wie der Chef jede Portion nennt, bereitet er 2,8 Kilogramm des süßen Naschwerks zu. Die meiste Arbeit erledigt das automatische Rührwerk, aber nichts geht über das Auge des „Brennmeisters“ und seinen langen Holzkochlöffel, mit dem er immer wieder prüfend über den Rand streicht. Es dauert einige Minuten, bis an den spanischen Biomandeln langsam die bräunliche Kruste anhaftet. „Wir verwenden ausschließlich ungeschälte Mandeln, Erdnüsse, Cashewkerne und Paranüsse“, erklärt der 47-Jährige. „Nur so schaffen wir es, dass der Zucker gut und gleichmäßig als Umhüllung hält.“

Erfolgreich und mit großem Herz
Während sich die Knusperschicht langsam aufbaut, erzählt Frank Dörksen von der Geschichte rund um Anna Wilhelmine Catharina Veldkamp. Sie erweiterte das einst kleine Café ihrer Großmutter und Mutter zu einem monumentalen Kaffeehaus auf dem Hamburger Heiligengeistfeld mit Musikkapelle und mehr als 1.200 Sitzplätzen – eine Institution für kaffee- und kuchenhungrige Hanseatinnen und Hanseaten. Doch die Unternehmerin hatte nicht nur ein feines Gespür für ein erfolgreiches
Geschäft, sondern auch eine sehr soziale Einstellung: An einem Tag während des Winterdoms war das Café komplett für Hamburger Waisenkinder reserviert. Dann ließ „Mutter Veldkamp“, wie sie genannt wurde, die Kinder mit Kakao und Schmalzgebäck bewirten und mit kleinen Geldgeschenken versorgen.

„Ihr Markenzeichen war die von ihrer Großmutter geerbte, golddurchwirkte holländische Haube, die sie immer auf dem Kopf trug. Dieses Porträt prangte als leuchtende Reklame für ihr Café auf einem Turm an der Außenwand des Gebäudes“, berichtet Frank Dörksen. Der entscheidende Moment ist gekommen, der Duft wird immer intensiver, die Mandeln sehen inzwischen richtig knusprig aus. Ein wenig Bio-Rohrohrzucker wird noch übergestreut, dann kommt die Mischung kurz in eine Schüssel. Noch nicht fertig? „Doch, im Prinzip schon“, sagt Frank Dörksen lächelnd und lädt zum Probieren ein – großartig! Was jetzt noch folgt, ist lediglich eine hauchdünne Glanzlasur für die perfekte Optik. Ein wenig Zucker wird blitzschnell in der Pfanne aufgekocht. Sobald er Blasen schlägt, werden die Mandeln noch einmal hinzugefügt und bekommen sofort einen schönen Glanz. Mit Schwung geht’s nun aufs Edelstahltablett und dann zum Auskühlen ins Regal. Fehlt nur noch das Verpacken in die hübschen Spitztüten oder Gläser und das Etikettieren von Hand gleich nebenan.

Schausteller und Mandelexperten in Personalunion
Überschaubar ist bisher das Sortiment mit den klassischen Mandeln, Cashewkernen, Erdnüssen und Paranüssen. „Die Mandeln sind unser Renner. Ich selbst mag die Cashews mit ihrem buttrigen Geschmack und dem würzigen Akzent, den wir durch schwarzen Sesam setzen, total gern. Wir haben noch viele Ideen, was man alles machen könnte, aber es muss ja auch zu schaffen sein. Die Nachfrage ist zum Glück riesig“, so Frank Dörksen. Er stammt selbst aus einer Schausteller-Familie, ist parallel mit Süßigkeiten-Wagen auf den Jahrmärkten im Norden unterwegs und zugleich Vorsitzender im Landesverband der Schausteller in Schleswig-Holstein. Während der Coronapause seien die gebrannten Mandeln für Tom Veldkamp, ihn selbst und die Mitarbeiter die Rettung gewesen. „Die Spezialisierung auf Bioprodukte kommt gut an. Wir wollen zwar gern noch wachsen, aber in aller Ruhe.“ Eine Spezialität und zugleich Reminiszenz an Mutter Veldkamp sind die Hamburger Goldmandeln, die mit 22-karätigen essbaren Goldflocken veredelt werden. Nach anthroposophischer Lehre hat Gold einen engen Bezug zur Sonne und bringt Licht ins Herz. Herzensgut war Mutter Veldkamp unbestritten. Und ob mit zusätzlicher Wirkung oder ohne: Besonders schick sind sie auf jeden Fall, die golden-glitzernden Mandeln.

 

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Mutter-Veldkamp

Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern in Schleswig-Holstein und Hamburg.