Kopfsalat

Gentleman im Gemüsebeet

Er ist weder hip noch modern. Im Vergleich zu seinen Verwandten Rucola, Römer und Co. ist Kopfsalat „Old school“. Dennoch zählt er zu den beliebtesten Salatsorten.

Demjenigen, auf dessen Teller das zarte Salatherz landet, winkt das Glück. Selbst wenn an diesem Aberglauben weniger dran ist als versprochen, darf sich der Esser durchaus als auserwählt fühlen. Schließlich steckt in jedem Kopfsalat nur ein einziges sogenanntes Herz, und diese inneren, hellgrünen Blätter sind besonders zart und lecker. Der milde Geschmack des Kopfsalats passt zu fast allen Gerichten und wertet jede Mahlzeit ohne viel Aufwand um einige Klassen auf.

Sich selbst genug
Mit dem scharfen Aroma eines Rucolasalats und dem zartbitteren Geschmack von Chicorée kann der Kopfsalat nicht mithalten. Er kommt dezent daher, mit einer feinen buttrigen Note. Serviert mit einer schlichten Sahnesoße mit Essig oder Zitrone, Salz und Pfeffer: Das ist für viele die leckerste Zubereitung. Auch benötigt ein Kopfsalat kein großes Orchester aus Tomate, Gurke und anderem Tamtam. Abgesehen von Petersilie und Schnittlauch, die ihm gut zu Gesicht stehen, überzeugt Kopfsalat als Solospieler. Alle, die mehr Aufregung suchen, kombinieren ihn mit Nüssen, Gewürzen und Wildkräutern. Das macht den Kopfsalat wahlweise süßlich, säuerlich, scharf, knusprig. Was auch immer. Alles kann, nichts muss.

Mehr als satt
Auch wenn sie im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten weniger Nährstoffe enthalten, sind Salate gesund und nahrhaft. Das gilt für die milden Vertreter wie Kopfsalat, Batavia und Eisbergsalat ebenso wie für die etwas herberen Varianten wie Chicorée und Radicchio. Kopfsalat enthält Vitamin C, Folsäure und Kalium – gut fürs Immunsystem, den Zellaufbau und den Stoffwechsel. Seine natürlichen Bitterstoffe regen Appetit und Darmtätigkeit an. Gleichzeitig wird dem Kopfsalat eine beruhigende und krampflösende Wirkung nachgesagt. Was will man mehr von einem Tellerchen Salat?

Tipps

Milch im Kopf
Kopfsalat gehört botanisch zu den Lattichgewächsen. Ihnen allen ist ein Milchsaft gemein, dessen Bitterstoffe auch den Geschmack des Salats ausmachen.

Vom Büschel zum Kopf
Wahrscheinlich sind die runden grünen Köpfe in der Mittelmeerregion aus einer Wildform des Lattichs entstanden. Im Mittelalter kam Kopfsalat über die Klostergärten nach Deutschland.

Im Frühjahr am besten
Kopfsalat ist ganzjährig im Handel erhältlich. Am aromatischsten ist jetzt Freilandware.

Kleine Salatkunde
Man unterscheidet kopfbildende Salate von Schnitt- und Pflücksalaten wie Eichblatt und Lollo Rosso sowie Bindesalaten wie dem Römer. Entferntere Verwandte sind Radicchio und Chicorée (Zichoriengewächse) und Feldsalat (Baldriangewächs).