Hornbrooker Hof

Ein Leben ohne Eierspeisen? Für die Allermeisten unvorstellbar! Deshalb herrscht Hochbetrieb und munteres Gegacker in den Ställen des Hornbrooker Hofs mitten in Schleswig-Holstein.

„Hühner stehen auf die Farbe Rot“
sagt Hans-Peter Goldnick und lacht, als sich einige Hennen durch die Stalltür drängeln und beginnen, neugierig am Schal zu picken. Warum sie ausgerechnet eine Schwäche für die Signalfarbe haben? Dafür hat auch Hans-Peter Goldnick keine Erklärung – aber ansonsten weiß er alles über die gefiederten Tiere. Er ist auf dem Hornbrooker Hof in Nehms im Kreis Segeberg zu Hause. Über die Jahre, und nun gemeinsam mit Tochter Lena, entwickelte er den elterlichen Hof zu einem modernen Betrieb, zu dessen Erzeugnissen neben Erdbeeren und Spargel auch Eier aus verschiedenen Haltungsformen gehören. Weil der Hornbrooker Hof allein die Nachfrage nicht decken kann, sind die Goldnicks Partnerschaften mit mehreren Vertragslandwirten in der Region eingegangen. Einer von ihnen ist Willy Krohn, der seine Legehennen nach ökologischen Kriterien auf dem Wischhof im Kreis Plön hält.

Freiheit für die Hennen
Solisten findet man unter Hühnern nicht, so viel ist schon mal klar. Sie lieben das gemeinsame Picken und Scharren in der Erde. Das können die Biohennen auf dem Wischhof nach Herzenslust tun. Mit Einbruch der Dämmerung jedoch drängen sie zurück in den Stall, denn dort sind sie sicher vor Marder und Fuchs. Zweimal täglich dreht Willy Krohn seine Runden durch den mit Stroh ausgestreuten Stall. Mit wachsamen Augen schaut er, ob es seinen Tieren gut geht, prüft die Wasservorräte  und die Futterrationen. So gesellig Hühner auch sind – ihre Arbeit verrichten sie lieber hinter den Kulissen. Die 3.000 Hennen des Wischhofs legen Tag für Tag ca. 2.200 Eier. Weil sie sich ihren natürlichen Instinkt bewahrt haben, suchen sie sich dafür ein abgedunkeltes Versteck. Das befindet sich hinter einem Vorhang und ist mit einer Matte ausgepolstert. Die Eier landen also weich und rollen dann automatisch über eine leichte Schräge auf ein Förderband.

Kein Ei gleicht dem anderen
Am anderen Ende wartet schon Willy Krohn. Jedes saubere und unversehrte Ei wird nach Größe vorsortiert und mit dem Herkunftscode gestempelt. Gut verpackt gehen die Eier dann auf die Reise nach Nehms. Dort, auf dem Hornbrooker Hof, werden sie ein zweites Mal kontrolliert, durchleuchtet und anschließend in die typischen grünen Sechser- und Zehnerschachteln mit dem Logo des Betriebs verpackt. Kurz darauf liefern Fahrer die wertvolle Fracht in den famila-Warenhäusern ab – nur anderthalb Tage, nachdem die Hennen den Menschen ein Wunderwerk der Natur geschenkt haben. Frischer geht’s wirklich nicht. Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Tipps

Wunderwerk
Das Hühnerei ist ein komplexes Wunderwerk der Natur, das Schicht für Schicht innerhalb von nur 24 Stunden von innen nach außen aufgebaut wird.

Geschmackssache
Ob weiß oder braun: Geschmacklich unterscheiden sich die Eier nicht. Die Schalenfarbe ist rein genetisch bedingt und hängt von der Geflügelrasse ab.

Das Gelbe vom Ei
Die eher blasse oder eher intensive Färbung des Eidotters ist das Ergebnis natürlicher Farbstoffe im Futter, vor allem der Carotinoide in Obst und Gemüse, in Gras und Mais.

Bitte nicht waschen
Eier verfügen über eine natürliche Schutzschicht auf der Schale, die das Eindringen von Keimen verhindert. Rohe Eier deshalb bitte nicht abwaschen – sonst können feine Risse entstehen und die Eier frühzeitig verderben.