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Was braucht es für vollmundigen Kaffeegenuss? Beste Rohstoffe, Geduld und eine gute Nase. Niklas Geise von den Hanseatic Coffee Roasters verfügt über all das und weihte uns in der Röstmanufaktur in Hamburgs Stadtteil Bahrenfeld in seine Geheimnisse ein.

Foto(s): Henrik Matzen
Text: Claudia Reshöft

Gleich vorn räkelt sich ein Faultier. Daneben fliegt ein Kolibri, und rechts taucht ein gefleckter Gepard auf. Ein Abstecher in „The Roastery“ gleicht dem Besuch einer Ausstellung. Nur dass es hier auch noch etwas zu hören, riechen und schmecken gibt. Die bunten Bilder prangen auf Jutesäcken mit Rohkaffees unter anderem aus Costa Rica, Äthiopien und Indien. Länder, die Niklas Geise aus früheren Zeiten als Speditionskaufmann ein Begriff sind. Jetzt schleppt der Head of Coffee, also der Qualitätsgarant der Hanseatic Coffee Roasters, Kaffeesäcke an die Röstmaschine.

Ausbalanciert und harmonisch
„Kaffee war für mich lange nur ein leidenschaftliches Hobby“, sagt der 31-Jährige, den alle Nik nennen. Bis er zum Coffee Festival in London eingeladen wurde. Dort erlebte er einen Rausch an Aromen – und unterschrieb spontan einen Arbeitsvertrag mit einer Rösterei in Bristol. Nik lernte alles über Kaffee: Wo es die besten Bohnen gibt, welchen Einfluss Klima und Höhenlagen haben, wie sich die verschiedenen Ernten ausgleichen lassen, damit Genießer immer ihren Lieblingsgeschmack bekommen. Und er lernte, wie eine unscheinbare Frucht zur Geschmacksexplosion wird: mit Zeit. Zurück in Deutschland, probierte er sich durch alle Manufaktur-Kaffees.

Die der Hanseatic Coffee Roasters überzeugten ihn, er ging als Röster an Bord, übernahm Einkauf und Qualitätskontrolle. „Wir machen Spezialitätenkaffees, die meiner Tante genauso gut schmecken wie meinen Freunden – mit ausbalancierter Säure und harmonischem Geschmack.“

Wenn die Kaffeebohne knistert
Nik schleust die grünen Rohbohnen per Trichter in die Rösttrommel und fährt die Temperatur hoch. Durch ein Sichtfenster verfolgt er, wie die Bohnen nach rund vier Minuten weißlich werden, dann von blassgelber Farbe zu warmem Karamellton wechseln. Durch eine kleine Klappe entnimmt er immer wieder Proben, riecht daran und übt sich weiter in Geduld. Während Industriekaffees in drei Minuten geröstet sind, gibt man den Bohnen hier bei rund 210 Grad eine Viertelstunde Zeit zu „garen“. „Jetzt wird‘s spannend“, kündigt Nik nach etwa zwölf Minuten an. Durchs Erhitzen dehnen sich die Bohnen aus und sprengen mit einem lauten Knacken das sie schützend umgebende Silberhäutchen. Nun entscheidet Nik, ob er die Hitze erhöht oder herunterfährt, um die Aromen nicht zu verbrennen – die hohe Kunst des Röstens. Wie Nik seinen Kaffee am liebsten trinkt? „32 Gramm mit einem halben Liter 93 Grad heißen Wassers in dreieinhalb Minuten gefiltert“, sagt er und lacht. „Unsere Kaffees schmecken aber auch vollautomatisch gebrüht.“ Recht hat er.

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Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern.