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Foto(s): Frederik Röh; Text: Beate Roßbach

Gute Frikadellen müssen „fluffig“ sein. Frau Poppe weiß, wie das geht. Ihr Schwiegersohn Thomas Leiendecker rühmt ihre Kochkünste und nennt die selbst gemachten Frikadellen „die besten der Welt“. Aus dieser Begeisterung heraus entstand die Idee einer eigenen Marke.

Was ganz selbstverständlich klingt, ist es aber nicht, denn Frau Poppe ist blind. Bei einem Autounfall verlor sie im Alter von 22 Jahren ihr Augenlicht, als junge Mutter mit einem 16 Monate alten Kind. Beeindruckend, wie es dieser so gut gelaunten Frau gelang, ihren Lebensmut zu erhalten und mit einer solch positiven Einstellung weiterzuleben. Angelika Poppe hat, so erzählt sie ganz offen, gelernt, die Welt neu wahrzunehmen und dabei ihre anderen Sinne zu verfeinern. Schon immer habe sie gern gekocht. Ihr Tastsinn und ein ausgezeichnetes Geruchs- und Geschmacksempfinden ermöglichen es ihr, am Herd erfolgreich ihre Lieblingsgerichte zuzubereiten – wie die viel gerühmten Frikadellen.

Start-up mit dem Schwiegersohn
Thomas Leiendecker ist gelernter Koch und hat in vielen namhaften Häusern gearbeitet, bevor er 2019 Angelika Poppes Tochter heiratete und in Norddeutschland heimisch wurde. In den Regalen der Feinkostabteilungen finden sich andere bekannte Produkte, die er entwickelt hat und erfolgreich vermarktet. Nach dem Genuss der Frikadellen seiner Schwiegermutter, saftig, lecker gewürzt und fluffig durch den optimalen Anteil an Weißbrot-Croûtons, war ihm klar: Auch dieses Rezept sollte bekannt werden. Gemeinsam entwickelten Angelika Poppe und Thomas Leiendecker ihre speziellen Würzmischungen als eigene Marke, bis das Ergebnis perfekt war.

Ein Auftritt in der TVSendung „Die Höhle der Löwen“ und die Unterstützung durch Investor Ralf Dümmel verschafften dem Familien-Start-up die nötige Finanzspritze, um schwungvoll loszulegen.

Blindes Vertrauen in guten Geschmack
Angelika Poppe hat entsprechend ihren Möglichkeiten viele eigene Rezepte entwickelt. Sie kocht nach Gefühl und mit Gefühl, sagt sie. Souverän zeigt sie bei einer Vorführung am Herd, wie sie dabei vorgeht. So verlässt sie sich beim Kochen und Braten, beim Mischen, Kneten und Formen hauptsächlich auf ihre Hände. Das genaue Abmessen von Mengen und Flüssigkeiten gelingt mithilfe vertrauter Gefäße. Die Art und Qualität der Gewürze erkennt Angelika Poppe zuerst am Geruch und dann am Geschmack. Auch das Würzen gelingt mit den Händen. Die optimale Menge Pfeffer definiert sie ungefähr so: „Viermal zwischen den Fingern reiben.“ Nach diesen Angaben hat Koch-Profi Thomas Leiendecker Frau Poppes Würzmischungen, mit denen die perfekten Frikadellen garantiert gelingen, genau festgelegt. Darüber hinaus gibt es Mischungen für Cevapcici, Hackbällchen und Veggie-Bratlinge als zuverlässige Basis für köstliche Gerichte. Getreu Frau Poppes Slogan: „Blindes Vertrauen in guten Geschmack“.

Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern.

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