Duprés

Seit 1888 reifen edle Schaumweine in den kühlen Kasematten und Kellern von Schloss Landestrost heran. Die Firma Duprès mit Sitz in Neustadt am Rübenberge ist die einzige Sektkellerei Niedersachsens. Ihre Devise: Tradition erhalten, Neues bewegen.

Fernab von Weinbergen liegt Neustadt am Rübenberge. Und trotzdem hat sich in der Kleinstadt eine Sektkellerei etabliert, die sich seit mehr als 125 Jahren in Familienbesitz befindet. Die Anfänge des Weinhauses Duprès & Co. reichen sogar bis ins 17. Jahrhundert zurück. Der Name der Familie Kollmeyer taucht 1650 erstmals in Verbindung mit Weinhandlung, Gasthof und Bierbrauerei in den Chroniken auf. Noch heute befindet sich das Weinhaus in Neustadts Fußgängerzone direkt am Ufer der Leine.

Vom Perlen- zum Champagnerhändler
Fritz Kollmeyer, 1858 geboren, verließ in jungen Jahren Neustadt, um auf eigene Faust sein Glück zu machen. Niemand ahnte, dass er nach Jahren als reicher Mann zurückkehren würde. Kostbarstes Mitbringsel von seinen Reisen waren nicht die erlesenen Perlen aus der Südsee, sondern die Firma Duprès & Co., die nach dem Namen seines Lehrmeisters Monsieur Duprès benannt wurde. Die hatte Fritz Kollmeyer als Niederlassung im Zentrum der Champagne, in Reims, gegründet. „So avancierte er vom Perlenhändler zum perlenden Champagnerproduzenten“, erzählt Joachim Plinke, der in vierter Generation die Geschäfte führt. „Der als ‚Alter Fritz‘ bekannte Vorfahr sicherte sich die Nutzungsrechte der kühlen Gewölbekeller unter dem Schloss Landestrost im Jahr 1888, um neben dem Weinhandel eine Sektkellerei zu betreiben.“ In der Familienchronik heißt es: „Sein Sekt galt als einer von außergewöhnlicher Güte.“ Kein Wunder, dass zu seinem Kundenkreis norddeutsche Gutshöfe, Königshäuser und sogar der Zarenhof gehörten. Er exportierte sogar nach Nord- und Südamerika sowie nach Südostasien.

Apfel-Secco auf höchstem Gipfeltreffen
„Ein kluger Schachzug“, bewundert Joachim Plinke seinen Urgroßonkel und erzählt stolz, dass noch heute der Sekt seines Hauses in Flaschengärung reift. Auch Plinke hat sich als ausgebildeter Kellermeister der Spitzenklasse deutscher Sektkultur verschrieben. Seine Philosophie: „Sich der Tradition verpflichtet fühlen, aber auch vielseitiger werden und sich weiterentwickeln.“ So hat er den ersten nach Secco-Art verperlten Apfelsaft als Alternative zu Sekt und Champagner entwickelt. Acht Jahre Tüftelei und Ausprobieren hat es gebraucht, um diese Weltneuheit auf den Markt zu bringen. „Es ist das erste Getränk dieser Art“, berichtet Firmeninhaber Plinke, „das nicht durch Pasteurisierung haltbar gemacht wird.“ Das wissen auch die Vertreter der Weltpolitik zu schätzen. Wenn es exklusiv und alkoholfrei sein soll, steht der feinperlige Apfelsaft auch schon mal auf der Getränkeliste bei wichtigen Veranstaltungen. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 prosteten sich damit Politiker zu, und kürzlich prickelte in Barack Obamas Glas Apfel-Secco aus dem Hause Duprès, als er die Hannover-Messe besuchte.

Gärung in der Flasche
„Zeit und Handarbeit“, betont Joachim Plinke „werden bei uns großgeschrieben.“ Sektspezialitäten werden immer noch nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt. Dabei wird das Hefedepot in der Flasche durch regelmäßiges Rütteln langsam in den Hals der Flasche bewegt, sodass es beim Degorgieren (Enthefen) entfernt werden kann. Bis es so weit ist, lagert der feine Traubensaft mindestens 24 Monate auf der Feinhefe – das sorgt für das typische feine Mousseux, also das kräftige Perlen, und für die elegante Aromenstruktur. Nicht zuletzt deshalb ist bei famila-Kunden auch der Sekt „Steinhuder Meer“ so beliebt. Duprès hat damit einen Sekt kreiert, der die Handschrift der Region widerspiegelt: lebendig, spritzig, aber auch klassisch. „Damit verbeugen wir uns vor unserer Region, vor der Heimat unserer Familie und unseres Betriebs“, sagt der Firmeninhaber.

Vielfalt für anspruchsvolle Gourmets
Doch nicht alle perlenden Spezialitäten werden im niedersächsischen Neustadt hergestellt. Die florierende Prosecco-Linie entsteht nördlich von Venedig, Sekt und Wein kommen von der Mosel, der Champagner aus dem französischen Dizy. Für Marketing und Vertrieb der rund 100 Produkte im Sortiment ist Ehefrau Ines Plinke zuständig. Sie organisiert auch das alljährliche Sektfest im Juni im Schloss und hat eine exklusive Feinkostlinie entwickelt. Eine Auswahl findet man in einigen famila-Warenhäusern, darunter Wein- und Sektgelees, Prosecco Creme, Chutney, Senf, Öl und Essig.

Duprés
Duprés
Duprés
Duprés