Auzbis werden zu Apfel-Profis

Rouven Thieß: Der Auszubildende weiß inzwischen, dass es ganz schön anstrengend ist, als Erntehelfer zu arbeiten. Mit rund 40 weiteren famila-Azubis verbrachte er einen Tag auf dem Obsthof Hauschildt in Nottensdorf im Alten Land.

Äpfel pflücken ist eine Wissenschaft für sich – das ist den rund 40 Azubis jetzt klar. Die Frucht wird mit drei Fingern gehalten. Dann leicht drehen, nicht reißen und bloß keine Äste und Blätter mitpflücken. Die jungen Leute, die ihre Lehrzeit alle in famila-Warenhäusern südlich von Hamburg verbringen, kamen bei dem Ausflug zum Obsthof Hauschildt ordentlich ins Schwitzen. „Respekt den Erntearbeitern“, meint Azubi Rouven Thieß anerkennend. Doch nicht nur das Pflücken auf der knapp 150 Hektar großen Obstplantage wurde zum Erlebnis. Die Azubis lernten bei der Fahrt auch viel über Ökologie, Pflanzenschutz und Schädlinge. „Ich habe gelernt, dass man deutsche Äpfel bedenkenlos verzehren kann, auch ohne sie vorher zu waschen“, so Rouven Thieß. Inhaber Gert Hauschildt präsentierte außerdem stolz die Sortieranlage, die blitzschnell die Früchte in Güteklasse 1, 2 oder 3 einteilt.

Nur seine Äpfel der Güteklasse 1 sind später in den Supermärkten zu kaufen. Der Obsthof im Alten Land ist übrigens bei famila einer der Hauptlieferanten für Frischobst. Für die wissbegierigen Auszubildenden hieß es zudem, bei einer Rallye Blätter, Äste und Zweige den jeweiligen Früchten zuzuordnen. Wie unterscheiden sich Süß- und Sauerkirschen? Welche Blattform haben Birnbäume? Und dann wieder eine Kunst für sich: Wie werden Äpfel in die Paletten gelegt? Ganz einfach: hochkant, Stiel nach oben, rote Äpfel in die Mitte. Und was gar nicht geht: Der Stiel eines Apfels darf auf keinen Fall einen anderen Apfel berühren, denn dann kommt es zu den ungeliebten braunen Stellen. Am Ende noch den Zuckergehalt mit einem Refraktometer messen – und nun konnten sich die Azubis wirklich als Apfel- Profis bezeichnen.