Ankerkraut

Ob fürs Barbecue oder Rührei, für die Pilzpfanne oder für den Apfelkuchen, fürs Brathähnchen oder für die Frikadelle: Bei Ankerkraut gibt es die passende Gewürzmischung. Aus einem kleinen Start-up-Unternehmen haben Anne und Stefan Lemcke eine erfolgreiche Hamburger Marke gemacht.

Vier Jahre ist es her, dass Stefan Lemcke seinen IT-Job an den Nagel hängte und zu seiner Frau sagte: „Ich mache jetzt Gewürze.“ Anne Lemcke, gerade schwanger mit dem zweiten Kind, war alles andere als begeistert. Rückblickend aber hat sich alles zum Guten gewendet: Aus dem Ein-Mann-Betrieb mit kaum mehr als einer Handvoll Kunden ist ein florierendes Hamburger Unternehmen geworden. Rund 60 Mitarbeiter, Tendenz steigend, kümmern sich heute um Vertrieb und Buchhaltung, Finanz- und Rechnungswesen – und natürlich um die Gewürze selbst.

Paradies der 1.000 Düfte
Es duftet wie auf einem südländischen Basar in den Hallen von Ankerkraut in Hamburg-Sinstorf. Die Aromen von Chili, Nelken, Lavendel, Curry, Pfeffer, Rosmarin und Co. vermischen sich zu einem bunten Geruchscocktail. Nicht ganz so durcheinander, aber auch mal mutig geht es in den schicken Gläsern mit den Korkverschlüssen zu. Jede Menge Gewürzmischungen hat Stefan Lemcke schon ausprobiert, dem Geschmackstest unterzogen und schließlich ins Sortiment aufgenommen. Zum Beispiel „Sweet Apple Ribs“, ein fruchtiger Rub für Grillfleisch mit Apfelpulver, Rohrzucker, Zwiebel, Knoblauch, Pfeffer, Majoran und Senfmehl.

„Super für alle, die beim Barbecue eine süßsaure Geschmacksnote mögen“, sagt Stefan Lemcke. Er strahlt, wenn er die Erfolgsgeschichte von Ankerkraut erzählen darf. Den Anfang bildeten seine Kindheitserinnerungen in Tansania und Sambia: Dort arbeitete sein Vater als Entwicklungshelfer, und dort lernte der kleine Stefan exotische Gewürze kennen und schätzen. Der Gaumenkitzel von früher blieb unterschwellig erhalten, und irgendwann war es einfach an der Zeit, sich ganz den Gewürzen zu widmen. „Gute Qualität in schöner Verpackung zu einem bezahlbaren Preis – das war von Beginn an der Anspruch“, betont Stefan Lemcke.

„Die Höhle der Löwen“ als Sprungbrett
Einen riesigen Entwicklungsschritt machte Ankerkraut Anfang 2016. Die Einladung zur Start-up-Show von Vox „Die Höhle der Löwen“ endet mit dem Einstieg von Investor Frank Thelen, der an den Erfolg von Ankerkraut glaubt. Seither haben sich die Gewürze, die garantiert ohne Geschmacksverstärker, Rieselhilfen oder Konservierungsmittel hergestellt werden, zum Kultprodukt unter Freunden guten Geschmacks entwickelt. Ein großes Plus ist die enge Zusammenarbeit mit Großhändlern im Hamburger Hafen, die die Rohstoffe frisch importieren. Bei Ankerkraut werden sie ohne lange Lagerung gemischt und gemahlen. Dadurch bleiben sie sehr aromatisch. Und bescheren dem Leben der Lemckes reichlich Würze.

Erhältlich in vielen famila-Warenhäusern.